Babystory #5

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Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, die Meisterung des ersten Urlaubstags.

Für das, dass wir gar keinen Plan hatten und für das, dass sich unsere Stimmungsakkus im größten Minus befanden, haben wir uns wirklich wacker geschlagen. Und Camping ist nur richtiges Camping, wenn man auch im Zelt schläft. Haha, von wegen.

In der ersten Nacht habe ich trotz meiner Kraftlosigkeit und Übermüdung fast kein Auge zugemacht. Es war schlichtweg unmöglich sich auch nur ansatzweise wohl zu fühlen. Der Boden zu hart, das Wetter zu warm, der Wind zu stürmisch und alles Andere zu laut. Dazu haben wir unser Zelt direkt unter einem Baum voller Beeren aufgestellt. Es war dann ja nicht nur so, dass diese Beeren auf unserem Zelt trommelten, sobald es nur einen Windhauch gab, nein! Dieser Baum lockte die herrlichsten Vögel an und die Lautesten! Ich werde diesen verrückten Krächzer, der uns jeden Morgen in den lautesten Tönen geweckt hat wohl niemals vergessen. In der ganzen Nacht habe ich vielleicht eine Stunde Schlaf finden können und ich weiß nicht wie ich es geschafft habe aber nach dem bisschen Schlaf war ich durchgeschwitzt und klatschnass, so dass ich mir fast schon Sorgen gemacht hab, dass ich aus Versehen ins Bett gemacht habe. Ein Traum!

Das Gute jedoch an uns Beiden ist, dass wir aus jeder Situation unsere Witze ziehen können und auch an diesem Morgen das Gleiche gedacht haben, was wir laut ausgesprochen haben: dieses nette Ehepaar war der Teufel! Wahrscheinlich konnten sich die Beiden den restlichen Urlaub gar nicht mehr einkriegen, dass sie uns diesen „wunderschönen“ Platz angedreht haben. Ich habe sie bildlich vor meinem inneren Auge gesehen, wie sie in ihrem Camper unterwegs waren und sich über uns totlachten: Sie, mit hochgeschlagenen Beinen auf dem Armaturenbrett im Beifahrersitz, er: schwitzend mit beiden Händen am Lenkrad, hoppelnd auf dem Fahrersitz und beide lachen.

Das Witzige ist, dass sie uns einen Campingplatz empfohlen haben, der angeblich der schönste Platz Europas sein sollte und den haben wir dann auch mit unserem Twingo später angefahren, obwohl wir schon zu Anfang so stark enttäuscht worden sind. Naja, irgendwo sind wir wohl einfach zu gutgläubig und zu naiv, um von Anfang an eines Besseren belehrt zu werden.

Auf jeden Fall hielten wir es geschlagene zwei Tage auf diesem Campingplatz aus. Wir gingen öfters in die Stadt, wo wir fast nur Chiwapschischi mit Pommes gegessen haben und da fing auch mein unstillbarer Durst nach Cola an. Denn egal wie viel ich trank: ich wollte immer mehr. Und egal wie viel ich bereits intus hatte: ich wurde immer schneller müde. Ich spürte das mit mir irgend etwas nicht stimmte, denn nach nicht mal der Hälfte des Tages hatte ich bereits keine Kraft mehr, um wenigstens zum Strand runter zu gehen und meine Füße ins Meer zu stecken. Ich verbrachte gefühlt mehr als die Hälfte des Tages in der Hängematte und wollte wirklich mein Bestes geben den Ideen meines Mannes nachzukommen aber schon allein der Weg zum Strand und wieder zurück wurde für mich ziemlich schnell zu einer Tortur, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht offen zugeben wollte. Jedes Mal zwang ich mich aufzustehen und zumindest in unseren Booten im Wasser daher zu dümpeln. Und bereits nach dem zweiten Tag konnte ich in Wirklichkeit kaum noch etwas vom Urlaub genießen, geschweige denn essen.

Meine Stimmung sollte sich in den nächsten Tagen noch rapide verschlechtern, denn es warteten noch genug Überraschungen auf uns.

Das jedoch in einer anderen Story.

Eure Julia

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